Datenschutz für Anrufer: Was passiert, wenn ein KI-Telefonassistent Ihren Anruf annimmt
Sie haben einen Betrieb angerufen und eine KI-Stimme hat sich gemeldet? Hier steht, was dabei mit Ihren Daten geschieht und an wen Sie sich wenden.
Der Betrieb, den Sie angerufen haben, setzt Telofy als Dienstleister für die Anrufannahme ein. Telofy verarbeitet Ihre Angaben nur in seinem Auftrag und nach seinen Weisungen. Verantwortlich im Sinne der DSGVO ist der Betrieb. Eine Tonaufnahme wird nicht gespeichert. Für Auskunft oder Löschung wenden Sie sich an den Betrieb.
Wer ist wofür verantwortlich?
Telofy ist ein Telefonassistent, den Betriebe für ihre Rufnummer einsetzen. Es gibt zwei Rollen:
| Rolle | Wer | Was das bedeutet |
|---|---|---|
| Verantwortlicher | Der Betrieb, den Sie angerufen haben | Er entscheidet, warum und wie Ihre Angaben verarbeitet werden, und ist Ihr Ansprechpartner. |
| Auftragsverarbeiter | Telofy (Rubel Trading Company GmbH, Detmold) | Telofy verarbeitet Ihre Angaben nur auf Weisung des Betriebs und auf Grundlage eines Vertrags zur Auftragsverarbeitung nach Art. 28 DSGVO. |
Die Datenschutzkonferenz, der Zusammenschluss der Datenschutzaufsichtsbehörden, hat diese Konstruktion für die telefonische Terminvereinbarung in Heilberufspraxen ausdrücklich anerkannt (Beschluss vom 16.06.2025). Der Betrieb muss Sie über den Einsatz des Dienstleisters informieren, meist in seiner eigenen Datenschutzerklärung. Von dort sind Sie vermutlich auch hierher gekommen.
Der Hinweis zu Beginn des Gesprächs
Zu Beginn jedes Anrufs weist der Assistent darauf hin, dass Sie mit einer KI sprechen. Der Hinweis ist Teil der Begrüßung und lässt sich vom Betrieb nicht abschalten. Er erfüllt die Transparenzpflicht nach Art. 50 der KI-Verordnung (Verordnung (EU) 2024/1689). Sie wissen also von der ersten Sekunde an, mit wem Sie sprechen.
Was verarbeitet wird
Während des Gesprächs entstehen diese Daten:
| Daten | Wozu |
|---|---|
| Ihre Rufnummer | Zuordnung des Anrufs, Rückruf |
| Wortprotokoll des Gesprächs | Verlauf festhalten, Gespräch auswerten |
| Ihr Anliegen und ein etwaiger Terminwunsch | Weitergabe an den Betrieb |
| Zusammenfassung und erkannte Absicht (maschinell erzeugt) | damit der Betrieb Ihr Anliegen schnell erfassen kann |
Gesundheitsbezogene Angaben werden nur verarbeitet, wenn Sie sie von sich aus nennen. Der Assistent fragt nicht danach.
Was nicht passiert
- Keine Tonaufnahme. Ihre Stimme wird im laufenden Gespräch verarbeitet. Eine Audiodatei wird weder gespeichert noch aufbewahrt, auch nicht beim Telefonieanbieter.
- Keine Stimmerkennung. Es werden keine Stimmprofile erstellt, gespeichert oder verglichen. Niemand wird über ein Gespräch hinaus an der Stimme wiedererkannt.
- Kein Training von KI-Modellen. Die Sprachverarbeitung wird nicht zum Trainieren, Verbessern oder Bewerten von KI-Modellen genutzt, weder von Telofy noch von den eingesetzten Dienstleistern. Das ist vertraglich ausgeschlossen.
- Keine automatisierte Entscheidung. Der Assistent nimmt Anliegen auf und vereinbart Termine. Er trifft keine Entscheidung, die Ihnen gegenüber rechtliche Wirkung hat.
Wie lange Daten gespeichert werden
Das vollständige Wortprotokoll wird standardmäßig nicht dauerhaft gespeichert. Es wird für die Auswertung unmittelbar nach dem Anruf gebraucht und vom täglichen Löschlauf entfernt, sobald es älter als 24 Stunden ist. Schaltet der Betrieb die Speicherung ausdrücklich ein, gilt die von ihm gesetzte Frist.
Für die übrigen Anrufdaten gilt eine Frist, die der Betrieb selbst einstellt. Vorgabe sind 30 Tage. Danach werden die Daten gelöscht, automatisiert und täglich. Datenbanksicherungen werden nach 35 Tagen automatisch gelöscht. Bis dahin kann eine bereits gelöschte Angabe noch in einer Sicherung liegen, die ausschließlich zur Wiederherstellung dient.
Wo Ihre Daten verarbeitet werden
Anwendung und Datenbank laufen in der Europäischen Union. Die Sprachverarbeitung findet ebenfalls in einem Rechenzentrum in der EU statt. Für die Telefonverbindung selbst setzt Telofy einen Dienstleister ein, der Rufnummern und Verbindungsdaten auch außerhalb der EU verarbeitet. Dafür gelten Standardvertragsklauseln nach dem Durchführungsbeschluss (EU) 2021/914.
Alle eingesetzten Dienstleister arbeiten im Auftrag von Telofy und sind vertraglich gebunden. Ein Teil davon sitzt in der EU, ein Teil in den USA. Wo das so ist, stützt sich die Übermittlung auf Standardvertragsklauseln oder das EU-US Data Privacy Framework. Eine Kopie der Standardvertragsklauseln erhalten Sie auf Anfrage unter datenschutz@telofy.de.
Ihre Rechte
Sie haben das Recht auf Auskunft (Art. 15 DSGVO), Berichtigung (Art. 16), Löschung (Art. 17), Einschränkung der Verarbeitung (Art. 18), Datenübertragbarkeit (Art. 20) und Widerspruch (Art. 21). Außerdem können Sie sich bei einer Datenschutzaufsichtsbehörde beschweren, zum Beispiel in dem Bundesland, in dem Sie wohnen oder arbeiten.
An wen Sie sich wenden
Wenden Sie sich an den Betrieb, den Sie angerufen haben. Er ist der Verantwortliche und kann Ihnen Auskunft geben, Angaben berichtigen oder löschen.
Telofy darf Ihnen ohne Weisung des Betriebs keine Auskunft erteilen und löscht nicht auf eigene Faust. Schreiben Sie trotzdem an datenschutz@telofy.de, leitet Telofy Ihr Anliegen unverzüglich an den Betrieb weiter.
Für Betriebe: Hinweis in der eigenen Datenschutzerklärung
Setzen Sie Telofy ein, sollten Sie Ihre Anrufer in Ihrer Datenschutzerklärung darüber informieren. Im Kundenportal finden Sie unter „Für Ihre Website“ einen fertigen Absatz dafür, den Sie kopieren und auf Ihren Betrieb anpassen. Mehr dazu, wie der Assistent Anrufe annimmt, lesen Sie unter KI am Telefon und DSGVO. Wie sich die Anrufannahme auf der eigenen Nummer einrichten lässt, steht unter Rufumleitung einrichten.
Quellen
- Verordnung (EU) 2016/679 (DSGVO), Art. 13, 15 bis 21 und 28 (abgerufen 2026-10-04)
- Verordnung (EU) 2024/1689 (KI-Verordnung), Art. 50 (abgerufen 2026-10-04)
Häufige Fragen dazu.
Wird mein Anruf aufgezeichnet?
Nein. Ihre Stimme wird im laufenden Gespräch verarbeitet, eine Tonaufnahme wird nicht gespeichert. Es entsteht ein Wortprotokoll, das standardmäßig nach spätestens 24 Stunden gelöscht wird.
Woher weiß ich, dass ich mit einer KI spreche?
Der Assistent weist zu Beginn des Gesprächs darauf hin. Der Hinweis ist Teil der Begrüßung und lässt sich vom Betrieb nicht abschalten.
An wen wende ich mich für Auskunft oder Löschung?
An den Betrieb, den Sie angerufen haben, denn er ist der Verantwortliche. Schreiben Sie an datenschutz@telofy.de, leitet Telofy Ihr Anliegen unverzüglich an den Betrieb weiter.
Wie lange werden meine Daten gespeichert?
Das hängt vom Betrieb ab. Die Vorgabe für Anrufdaten sind 30 Tage, der Betrieb kann die Frist ändern. Das Wortprotokoll wird standardmäßig nach spätestens 24 Stunden gelöscht.
Werden meine Daten zum Training von KI-Modellen verwendet?
Nein. Das ist vertraglich ausgeschlossen, bei Telofy und bei den eingesetzten Dienstleistern.
Hören Sie ihn, bevor Sie sich entscheiden.
Ein Klick, kein Formular, keine Anmeldung.